Jede Alm ist wichtig

„Die Almwirtschaft ist in der LK fest verankert“, betonte Präsident Hermann Schultes im Rahmen der Vollversammlung des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines im Stift Lilienfeld. „Jede Alm ist uns wichtig und verdient Unterstützung.“ Schultes erklärt mit Nachdruck, dass die Almbauern nur wirtschaften können, wenn sie öffentliche Mittel zur Abgeltung der Erschwernisse bekommen. Wichtig ist, dass immer nachjustiert und verhandelt wird. Dass auch das Land NÖ voll hinter seinen Almbauern steht, bewies kürzlich LH-Stv. Stephan Pernkopf: Auftreibern von Mutterkühen auf Almen, bei denen Rückforderungen im Raum standen, hat Pernkopf Hilfe zugesagt. Ziel aller Maßnahmen sind vitale Almen, die sich mit der Bevölkerung, dem Tourismus und der Wirtschaft gemeinsam weiterentwickeln. „Dafür ist es wichtig, dass die Almwirtschaft verstanden wird“, weiß Schultes. „Hier leistet der NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein sehr gute Arbeit.“

Wir brauchen den Wolf nicht

Präsident Schultes und Erich Schwärzler, Obmann der Almwirtschaft Österreich, sind sich einig, dass der Wolf die Almwirtschaft bedroht. Sie setzen alles daran, dass der Schutzstatus des Wolfes so rasch wie möglich gelockert wird. „Wir werden die Almbauern beim Schutz vor dem Wolf unterstützen, aber wir werden nicht 8.000 Almen in Österreich schützen können“, betonen Schultes und Schwärzler. „Wir brauchen den Wolf nicht.“ Die Agrarreferenten aller Bundesländer sind sich einig, dass rasch ein Lösungsweg für die großen Beutegreifer gefunden werden muss, denn bei einer Vermehrungsrate von 30 Prozent verdoppelt sich die Wolfspopulation alle drei Jahre und die Beutegreifer werden neue Territorien erobern. „Jeder Almbauer möchte im Herbst wieder seine Tiere zurück und nicht das Geld“, gibt Schwärzler zu bedenken. „Hier geht es um Tierschutz für unsere Nutztiere, aber da schauen alle weg!“ Er warnt davor, dass die Auftriebszahlen sinken werden und ohne Weidetiere wird die Almwirtschaft aufhören zu existieren.

Flächenfeststellung ist Thema der Zukunft

Derzeit läuft ein Pilotprojekt zur automatisierten Flächenfeststellung über Satelliten. „Ich sage nicht Nein zu dieser Erhebung, aber nicht alle Bereiche kann man per Satellit feststellen“, betont Erich Schwärzler. „Wir brauchen hier Handschlagqualität. Außerdem müssen die erhobenen Daten dem Landwirt gehören. Das ist noch nicht geklärt.“ Die Flächen aufgrund von Vieheinheiten zu ermitteln, ist für ihn ebenfalls nicht ausreichend. „Vieh und Fläche sind gemeinsam zu erheben“, fordert Schwärzler und hofft, dass ein gemeinsamer Weg gefunden wird. Weiters führt für ihn an der unverwechselbaren Kennzeichnung von Almprodukten kein Weg vorbei: „Hier müssen wir diskutieren, wie wir uns klar von Produkten abgrenzen, die zwar Almmilch beinhalten, aber im Tal produziert wurden. Es sind besondere Produkte aus einer besonderen Landwirtschaft, erzeugt von besonderen Menschen – das gilt es, zu betonen.“

Wir brauchen Almvieh

„Es gibt in Niederösterreich Almen, da gehören noch Tiere hin. Hier wollen wir die viehstarken Bezirke in NÖ ansprechen“, berichtet Obmann Josef Mayerhofer, nachdem er gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Bilanz gezogen hat. In einem Workshop haben sie gemeinsam eine Strategie erarbeitet, um mehr Vieh auf die Almen zu bringen. Sie vermitteln den Viehhaltern die Vorteile der Almweide, wie zum Beispiel die hochwertige Futtergrundlage und die kostengünstige Pflege durchs Viehmaul. Es wird eine Plattform eingerichtet. Auf dieser können sich Almobleute austauschen, die noch Tiere suchen und Bauern, die Tiere auftreiben möchten. Zur Strategie gehören unter anderem noch Exkursionen zu Vorzeigealmen und –weiden in Niederösterreich. Außerdem unterstützt der NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein Almleute bei Verhandlungen mit Grundbesitzern über die Anpassung von Weidezeiten an die Vegetation, die sich aufgrund des Klimawandels verändern.

Weidebild spiegelt Viehbesatz wider

„Es gibt in Niederösterreich Almen, da gehören noch Tiere hin. Hier wollen wir die viehstarken Bezirke in NÖ ansprechen“, berichtet Obmann Josef Mayerhofer, nachdem er gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Bilanz gezogen hat. In einem Workshop haben sie gemeinsam eine Strategie erarbeitet, um mehr Vieh auf die Almen zu bringen. Sie vermitteln den Viehhaltern die Vorteile der Almweide, wie zum Beispiel die hochwertige Futtergrundlage und die kostengünstige Pflege durchs Viehmaul. Es wird eine Plattform eingerichtet. Auf dieser können sich Almobleute austauschen, die noch Tiere suchen und Bauern, die Tiere auftreiben möchten. Zur Strategie gehören unter anderem noch Exkursionen zu Vorzeigealmen und –weiden in Niederösterreich. Außerdem unterstützt der NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein Almleute bei Verhandlungen mit Grundbesitzern über die Anpassung von Weidezeiten an die Vegetation, die sich aufgrund des Klimawandels verändern.

Almwandertag führt auf den Muckenkogel

Der 69. NÖ Almwandertag führt heuer zu Maria Himmelfahrt auf den Muckenkogel bei Lilienfeld, der drei Almen umfasst – den Kolm, die Kloster- und die Hinteralm. Jede Alm wartet mit einer Hütte auf: Der Kolm mit der Lilienfelderhütte, die Klosteralm mit dem Gasthof Klosteralm und die Hinteralm mit der Traisnerhütte. Jedes Jahr findet am 8. September ein Almfest statt.
Die Almfläche erstreckt sich über insgesamt 123 Hektar mit 82 Hektar reiner Futterfläche zwischen 720 und 1.313 Metern Seehöhe. Zwischen acht und zehn Bauern aus dem Traisen-, dem Pielach- und dem Gölsental treiben 110 Kalbinnen rund um Pfingsten auf – heuer voraussichtlich zwischen 24. und 26. Mai. Abtrieb ist spätestens am 20. September. Die Alm ist biozertifiziert.
Eigentümer ist das Zisterzienser Stift Lilienfeld. Die Forstdirektion ist für die Verwaltung zuständig und hebt von den Bauern einen Weidezins von 110 Euro je Rind und Almsaison ein. Sämtliche Arbeiten, wie zum Beispiel die Instandhaltung der Weidezäune, das Putzen der Weiden und die mechanische Unkrautbekämpfung erledigt die Forstdirektion. Die Wasserversorgung auf der Hinteralm ist eine große Herausforderung. Während es auf der Klosteralm eine Quelle gibt, nutzt man am Kolm einen 2.000 Liter Tank, der täglich befüllt wird und auf der Hinteralm fasst eine Schnee- und Regenwasserzisterne 1.000 Kubikmeter. Die Zisterne wird in trockenen Jahren von der Feuerwehr befüllt.
Text und Bilder: DI Paula Pöchlauer-Kozel

Bilder

01 Rückblick Vollversammlung NÖ 2018 Alm  und WeidewirtschaftsvereinBild 1: Erich Schwärzler, Obmann Almwirtschaft Österreich, feierte kürzlich seinen 65. Geburtstag.

LK NÖ Präsident Hermann Schultes (2.v.l.) gratulierte ihm und würdigte seinen unermüdlichen Einsatz für die Almwirtschaft. Es gratulierten auch LK NÖ Tierzuchtdirektor Andreas Moser (li.) und Josef Mayerhofer, Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines (re.).


02 Rückblick Vollversammlung NÖ 2018 Alm  und WeidewirtschaftsvereinBild 2: Verdiente Almleute wurden geehrt

(v.l.): Karl Aigner (Gold), Geschäftsführer August Bittermann, Franz Reitner (Gold), Michael Hollerer (Silber),
Leopold Schenner (Silber), Obmann Josef Mayerhofer, Konrad Schachinger (Gold), Obmann Almwirtschaft Österreich Erich Schwärzler, LK-Präsident Hermann Schultes, Adolf Schenner (Gold), Leopold Hiesberger (Ehrenurkunde),
Rudolf Hauss (Gold).


03 Rückblick Vollversammlung NÖ 2018 Alm  und WeidewirtschaftsvereinBild 3: Die Mitglieder des Weidevereines Annaberg und Umgebung
mit ihren geehrten Mitgliedern Michael Hollerer (v.i.), Rudolf Hauss und Adolf Schenner.


04 Rückblick Vollversammlung NÖ 2018 Alm  und WeidewirtschaftsvereinBild 4: Die Mitglieder der Weidegenossenschaft Waidhofen/Ybbs Land mit ihren geehrten Mitgliedern

(vl.) Konrad Schachinger, Karl Aigner, Franz Reitner.


05 Rückblick Vollversammlung NÖ 2018 Alm  und WeidewirtschaftsvereinBild 5: Das Bläserquartett der Stadtkapelle Lilienfeld umrahmte die Veranstaltung musikalisch.


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