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Wer über die Weideflächen der Agrargemeinschaft Zögersbach – Weidegemeinschaft „Am Himmel“ wandert, fühlt sich wie im Himmel. Die Aussicht auf das tolle Bergpanorama in der Umgebung belohnt die vorhergehende Anstrengung.  Der 27. Februar 1930 zählt als Gründungstag für die Agrargemeinschaft.  Zum ersten Obmann wählten die Gründungsmitglieder Ignaz Huber. „Die Gründungsmitglieder erkannten damals schon die Bedeutung der wertvollen Weideflächen des ehemaligen Bauernhauses  für ihre Rinder“, erklärt der neu gewählte Obmann Karl Gravogel, „für uns gilt es, diese Weideflächen weiterhin optimal zu nutzen“.

Foto 1 (DI Martina Löffler):  Zur Erinnerung an die Gründer der Agrargemeinschaft

Die Alm „Am Himmel“

Südwestlich der Bezirkshauptstadt Lilienfeld in den niederösterreichischen Kalkalpen liegt die Alm. Die Weidegemeinschaft zählt aktuell 12 Mitglieder mit insgesamt 70 Anteilsrechten. Fast 70 GVE, hauptsächlich Kalbinnen und Kühe der Rasse Fleckvieh und Murbodner, finden auf der 57,7 ha großen Alm, davon ca. 34 ha Futterfläche, bestes Weidegras. Die Alm liegt auf einer Seehöhe von 720 bis 900 m und zählt daher zu den Niederalmen. Mehr als die Hälfte der Weideflächen sind Richtung Norden geneigt, die restlichen Flächen Richtung Westen und Südwesten. Die gute Wasserversorgung der meist mittel- bis tiefgründigen Böden gewährleistet ein  entsprechendes Leistungspotential. Die wenigen seichtgründigen Flächen mit schlechter Wasserversorgung bieten vor allem in Jahren mit wenig Niederschlag einen geringen Futteraufwuchs. Das 300 Jahre alte und in den 70-ger Jahren renovierte Bauernhaus wird als Unterkunft für den Halter und als Schutzhütte genutzt. Viele müde Wanderer sind hier wieder zu neuen Kräften gekommen. Vier markierte Wanderwege führen durch das Almgebiet. 

Foto 2 (DI Kurt Kreitner): Müde Wanderer lassen gerne hier die Seele baumeln

Aktuelle Bewirtschaftung

Ein Trennhag teilt die Alm in zwei fast gleich große Koppeln. Jede dieser Koppel wird wie eine Standweide bewirtschaftet. Je zwei Tränken pro Koppel, die aus Quellen gespeist werden, gewährleisten die Wasserversorgung der Weidetiere. Ende Mai kommt Leben auf die Alm, da besiedeln wieder die Rinder die Weideflächen, meist bis Anfang Oktober. In dieser Zeit schaut der Halter darauf, dass die Tiere gesund und munter den Almsommer genießen können.

Foto 3 (DI Kurt Kreitner): Satt und zufrieden genießen die Weidetiere den Almsommer. Problemflächen 

Einige, meist schwerer zugängige Flächen, weisen Verunkrautungen und Verbuschungen auf.

Foto 4 (DI Kurt Kreitner): Ziel ist es, kleinfläche Inseln mit Brombeere, Diestel, Dost und Wolfsmilch rasch zu sanieren

Foto 5 (DI Kurt Kreitner): Schwenden und entsprechend intensive Beweidung sind hier der Plan

Foto 6 (DI Kurt Kreitner): Giftpflanzen, wie die Wolfsmilch, werden von Tieren gemieden. (DI Kurt Kreitner)

 Foto 7 (DI Kurt Kreitner): Bei der ersten Begehung für das Projekt Futtervielfalt Ende Oktober

„Wir wollen die Problemflächen wieder zu denselben wertvollen Futterflächen machen, wie der Großteil der Alm jetzt schon ist“, formuliert Obmann Gravogel sein Vorhaben.

Foto 8 (DI Kurt Kreitner):  Mit der Umsetzung der Maßnahmen im Weidewirtschaftsplan und
der Teilnahme am Projekt Futtervielfalt werden auch die wenigen Problemflächen saniert.

Maßnahmen zur Problemlösung

Die Weidegemeinschaft hat in den letzten Jahren einige Flächen rekultiviert und viele Stunden in Schwendarbeiten investiert. Flächen, die maschinell zugängig sind, wurden gemulcht und die restlichen Flächen zeitaufwändig händisch gepflegt. Um für die Zukunft die vielen Arbeitsstunden zu reduzieren, sind einige Veränderungen im Weidemanagement geplant. Es beginnt im Frühjahr damit, dass der Almauftrieb den klimatischen Veränderungen angepasst und daher vorverlegt wird. Die zwei Weideflächen sollen in jeweils 3 Koppeln unterteilt werden, um den Weidedruck auf den Problemflächen erhöhen zu können. Damit dies machbar ist, müssen zusätzliche Weidezäune errichtet und Tränken installiert werden. 

Teilnahme am Projekt Futtervielfalt

Wir wollen unsere Erfahrungen anderen Almbauern zugängig machen“, erläutert Obmann Gravogel, “und haben den Vorteil, dass wir eine gute fachliche Betreuung durch den Alminspektor und die Landwirtschaftskammer bekommen. Ich glaube, dass solche Projekte für die Erhaltung der Almwirtschaft sehr wichtig sind. Wir müssen jede Chance nutzen, das Potential, welches die Almflächen bietet, optimal und mit möglichst wenig Zeitaufwand für unserer Almbauern zu nutzen.“
Auf der Homepage www.himmelalm.at kann man die aktuellen Informationen abrufen. Informationen zum Projekt sind auf der Homepage der Almwirtschaft Österreich www.almwirtschaft.com abrufbar, Berichte finden interessierte Leser in den Ausgaben des „Alm- und Bergbauern“.

Text: August Bittermann

Fachzeitschrift "Der Alm- und Bergbauer"

201903 DER ALM UND BERGBAUER Titelbild

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