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Bildungsprogramm Almwirtschaft 2021/ 2022

Bildungsprogramm Almwirtschaft 2021 2022



 

Ländliches Fortbildungs Institut

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Fachtagung Almwirtschaft am 29. November 2018 in Rabenstein 

Die Fachtagung Almwirtschaft am 29. November in Rabenstein an der Pielach war mit den Themen am Puls der Zeit.

Die Schizophrenie der Gesellschaft wird auf dem Rücken der produzierenden Bauern ausgetragen. Man will die Tiere auf unseren Almen und Weiden sehen und naturnah produzierte Lebensmittel kaufen und gleichzeitig dürfen Wolf und Co. ungeniert Nutztiere reißen. Die Folgen dieses unsäglichen Zustandes lassen sich anhand der Entwicklungen der Weidehaltung und Nutztierbestände unserer Nachbarländer absehen. Einen massiven Rückgang der Schafbestände und die Auflassung von extensiven Grünlandstandorten zeigen die Statistiken der betroffenen Regionen. Neben der enormen psychischen und physischen Belastung der geschädigten Nutztierhalter, verursacht die Rückkehr der Beutegreifer dem jeweiligen Staat enorme Kosten. Die Hoffnung, dass dadurch die Natur ein Stück heiler wird, kann nur auf grenzenloser Unwissenheit beruhen.

Daniel Heindl, für das Thema „Rückkehr der Wölfe“ in Niederösterreich zuständiger Landeskammerrat, berichtete über die aktuelle Situation in Niederösterreich. Derzeit gibt es zwei bestätigte Wolfsrudel in Niederösterreich und ein Rudel im Grenzgebiet Tschechien-Waldviertel. Zumindest ein Wolf verursacht derzeit im Gebiet des Wienerwaldes massive Schäden. Die nachgewiesene Zahl getöteter 101 Schafe, 9 Ziegen, 1 Pony, 7 Mufflon und 5 Stück Damwild zeigt nur einen Teil des tatsächlichen Schadens. Die Bilanz wird sich bis Jahresende noch erhöhen. „Wir brauchen möglichst rasch einheitliche und gute Lösungen für die landwirtschaftlichen Betriebe. Ich weiß aber auch, mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen haben und von welchen Organisationen massiver Widerstand zu erwarten ist“, erklärt Heindl.

Fachtagung Almwirtschaft© Reinhard Gastecker: v.r.n.l. Obmann Johann Rumpler, Andreas Schlager, Obmann Josef Mayerhofer, Daniel Heindl, Martina Löffler, Markus Zehetgruber, Karl Gravogl, August Bittermann

24 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen werden biologisch bewirtschaftet

© Martina Löffler: Solange die Triebe und Dornen weich sind, werden sie von den Weidetieren verbissen

Solange die Triebe und Dornen weich sind, werden sie von den Weidetieren verbissen© Martina Löffler: Solange die Triebe und Dornen weich sind, werden sie von den Weidetieren verbissen
„Biobetriebe müssen viele Richtlinien beachten und Aufzeichnungen führen“, so Emanuel Huber, Bioberater der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und fasste die wichtigsten „Stolpersteine“ aus Sicht der Kontrollstellen zusammen.

Wertvolle Informationen, vor allem in Bezug auf Prophylaxe, zur Thematik Rauschbrand und Pararauschbrand gab Wigbert Roßmanith, Veterinärdirektor des Landes Niederösterreich, den zahlreich teilnehmenden Almbauern mit.

Weidemanagement und Klimawandel

Die Erhaltung unserer wertvollen Kulturlandschaft Alm wird durch die Zunahme der Problempflanzen und das Zuwachsen der Almflächen gefährdet. Das Projekt Futtervielfalt, unter dem Projektmanagement des ÖKL (Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung), zielt darauf ab, verschiedene Maßnahmen auf Almen auszuprobieren. Heuer wurden auf 35 Almen in den verschiedenen Bundesländern Versuchs- und Referenzflächen mit Betreuung von Experten angelegt, um von den Almbauern definierte Ziele mit unterschiedlichen Maßnahmen zu probieren. Im kommenden Jahr werden weitere Almbewirtschafter teilnehmen. Unter dem Motto „Ausprobieren – Schlüsse ziehen – Weitersagen“ werden die Erfahrungen und entsprechende Empfehlungen in einen entsprechenden Endbericht zusammengefasst und den Bereichen Bildung und Beratung zur Verfügung gestellt. Die Alm „Am Himmel“ nimmt am Projekt Futtervielfalt teil. „Wir wollen unsere Erfahrungen anderen Almbauern zugängig machen“, erläutert Obmann Gravogel, “und haben den Vorteil, dass wir eine gute fachliche Betreuung durch den Alminspektor und die Landwirtschaftskammer bekommen. Ich glaube, dass solche Projekte für die Erhaltung der Almwirtschaft sehr wichtig sind. Wir müssen jede Chance nutzen, das Potential, welches die Almflächen bieten, optimal und mit möglichst wenig Zeitaufwand für unsere Almbauern zu nutzen.“

Die Weidegemeinschaft zählt aktuell 12 Mitglieder mit insgesamt 70 Anteilsrechten. Fast 70 GVE, hauptsächlich Kalbinnen und Kühe der Rasse Fleckvieh und Murbodner, finden auf der fast 58 ha großen Alm, davon ca. 34 ha Futterfläche, bestes Weidegras. Die Alm liegt auf einer Seehöhe von 720 bis 900 m und zählt daher zu den Niederalmen.

© August Bittermann: Problempflanze Zypressenwolfsmilch

© August Bittermann: Problempflanze Zypressenwolfsmilch

Martina Löffler, Grünlandexpertin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, begleitet dieses Projekt und hat während des vergangenen Almsommers die Entwicklung der Pflanzen genau dokumentiert. „Wir wollen speziell die Auswirkungen einer intensiveren Beweidung auf Problempflanzen, wie Zypressenwolfsmilch, Klappertopf und Herbstzeitlose sowie aufkommende Gehölzpflanzen beobachten“, meint die Expertin. “Wir können jetzt schon sagen, dass die Rinder Sträucher wie Brombeeren oder Berberitzen im Jungstadium abbeißen und die Dynamik der Ausbreitung verlangsamen. Ein früher Auftrieb bringt diesbezüglich wesentliche Vorteile.“

Über eine ähnliche Erfahrung konnte Obmann Johann Rumpler von der Kampalpe, im Südosten von Niederösterreich, berichten. Die Flächen sind im Besitz der ÖBF (Österreichischen Bundesforste). Sieben Auftreiber bringen 58 Rinder (Mutterkühe mit Kälbern, Kalbinnen, Ochsen) in der Zeit von Ende Mai bis Mitte September auf die auf ca. 1.500 m Seehöhe gelegenen 27 ha Weidefläche. Die Bekämpfung der Rasenschmiele und des Bürstlings hat sich Obmann Rumpler als eines der wichtigsten Ziele seit der Übernahme der Obmannschaft gesetzt. Im Herbst rücken alle Mitglieder der Gemeinschaft mit Motorsense und Dickichtmesser aus, um die „Schöpfe“ auszuhacken oder zu zerfransen. Damit diese anstrengende Arbeit auch langfristig von Erfolg gekrönt ist, braucht es auch eine geplante Umstellung des Weidemanagements.

Alminspektor Kurt Kreitner fasste die Entwicklungen des Weidemanagements auf beiden Almen zusammen. Die Akzeptanz einer Umstellung des Weidemanagements setzt die Einbindung des Obmannes in die Diskussion und Erarbeitung voraus. „Wichtig ist es festzulegen, welche Maßnahmen sinnvoll und umsetzbar sind“, so Kreitner. “Wir haben mit den Betroffenen die Vorschläge diskutiert und den gemeinsamen Nenner in den Weidewirtschaftsplan eingearbeitet.“ Ein früher Auftrieb, die Koppelung der Weideflächen und die entsprechende Wasserversorgung sieht Alminspektor Kreitner als zentrale Elemente auf beiden Almen.

Da hätten wir früher herkommen müssen

“August Bittermann: „Da hätten wir früher herkommen müssen.“

Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik in der EU

„Die EU-Staaten diskutieren derzeit über die Budgetverteilung für die nächste Förderperiode, vor allem unter den Bedingungen Brexit, Migration und Verteidigung“, erklärt Andreas Schlager, Landwirtschaftskammer Niederösterreich, “ und über die Rechtsvorschläge der Kommission. Bis zu einer nationalen Programmgestaltung vergeht noch einige Zeit.“ Die Inhalte des Referates von Andreas Schlager verdeutlichte den Almbauern und Almbäuerinnen verständlich den aktuellen Stand der GAP ab 2021.

Text: August Bittermann

"Der Alm- und Bergbauer" - Fachzeitschrift

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Fachunterlagen Almwirtschaft

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