Bilanz über ein anstrengendes Weidejahr 2025
v.l.n.r.: Georg Schmidt, Christoph Hagen, Birgit Hagen, Werner Fohringer, Yvonne Fohringer, Obmann Bernhard Käfer, ÖKR Josef Mayerhofer, August Bittermann
© August Bittermann
Bei der Vollversammlung der Servitutsweidegemeinschaft Königsberg konnten Obmann Bernhard Käfer und Obmann Stellvertreter Martin Sonnleitner den anwesenden Mitgliedern berichten, dass die Betreuung der Tiere für die nächste Almsaison gesichert ist. Birgit und Christoph Hagen verlängerten, aus familiären Gründen, nach zwei Jahren Haltertätigkeit auf der Siebenhütten den Vertrag nicht mehr. „Wenn das Wetter schön ist, ist die Arbeit ein Vergnügen. Aber wenn es regnet, oder noch schlimmer sehr nebelig ist, dann fordert es die volle Konzentration und Kraft. Es war für mich immer schon ein Herzenswunsch, auf einer Alm zu arbeiten und ich bin so froh, dass mich meine Familie dabei so tatkräftig unterstützt hat“, so Birgit Hagen aus ihrer Erfahrung, „Ich wünsche meinen Nachfolgern alles Gute für die anstrengende und herausfordernde, aber auch schöne Tätigkeit auf der Alm“.
Die Haltertätigkeit übernehmen Yvonne und Werner Fohringer, die die Alm schon gut kennen. „Wir freuen uns auf die neue Herausforderung und ersuchen alle Almbauern und Almbäuerinnen, uns zu unterstützen, um gemeinsam einen erfolgreichen Almsommer erleben zu dürfen“, appellierte Yvonne an die anwesenden Mitglieder der Servitutsweidegemeinschaft. Auf der Kitzhütte werden auch 2026 Maria Sianturi und Werner Muchitsch wieder die Haltertätigkeit wahrnehmen, bestätigt Martin Sonnleitner.
Die Berichte der beiden Obmänner gaben einen tiefen Einblick in die Herausforderungen der Almbewirtschaftung. Die Teilnahme am Zuschlag Almweideplan war für Bernhard Käfer und Martin Sonnleitner selbstverständlich, da sie sich schon länger mit einem standortangepassten Weidemanagement beschäftigten und darin einen Ansporn sehen, sich noch intensiver mit der Aufgabe auseinanderzusetzen. Obmann Käfer zog Bilanz über ein sehr anstrengendes Weidejahr 2025.
Der 75. NÖ Almwandertag forderte die Gemeinschaft enorm. Es musste viel Zeit und Geld investiert werden. „Durch unser Engagement und den hervorragenden Zusammenhalt in der Gemeinschaft konnten wir den Gästen eine perfekte Kulisse bieten und einen unvergesslichen Tag bescheren. Ich möchte mich noch einmal bei den zahlreichen Helfern und Helferinnen für diese Leistung bedanken“, freut sich Obmann Bernhard Käfer in seinem Bericht. Die perfekte Organisation hebt ÖKR Josef Mayerhofer, Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines, in seinem Referat hervor und bedankt sich bei Obmann Käfer und seinen Mitgliedern für die Ausrichtung des 75. NÖ Almwandertages.
Die Servitutsweidegemeinschaft bewirtschaftet die Flächen der Alm in zwei Teilen, Königsberg Ost und Königsberg West. Die Futterflächen liegen auf einer Seehöhe von ca. 1.300 m. Die Gesamtfläche beträgt 515,6 ha, davon sind 135,8 ha Reinweide.
Während der Weideperiode von Mitte Mai bis Mitte September grasen ca. 260 Rinder auf den Almfutterflächen. Die Flächen weisen nur geringe Höhenunterschiede auf und erfordern daher ein gutes Weidemanagement, um die gleichmäßige Beweidung sicherzustellen. Eine weitere Herausforderung stellt die Wasserversorgung dar, weil durch die geologische Lage (Karstgebiet) Quellen sehr rar sind.
Der Königsberg gilt sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei Besuchern aus der weiteren Umgebung als touristisches Highlight. Die zwei Almhütten, die Kitzhütte und die Siebenhütte (Bild oben), werden von den Halterleuten betrieben und laden die Besucher zur Rast ein. Einige Mountainbike-Strecken führen über die Flächen der Servitutsweidegemeinschaft.
Die Flächen selbst sind im Besitz der Österreichischen Bundesforste. Die Almbauern besitzen, wie auch am Hochkar, Einforstungsrechte, die im Grundbuch eingetragen sind. Die touristische Nutzung stellt sowohl die Almbäuerinnen und Almbauern als auch die Grundbesitzer vor massive Herausforderungen, da sich immer wieder Personen nicht an die vereinbarten Regeln halten.
Text: August Bittermann