Tiergesundheit und digitale Unterstützung in der Almwirtschaft

„Tolle Themen am Puls der Zeit“, so lobte eine Teilnehmerin die Inhalte der Fachtagung Almwirtschaft des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) Niederösterreich. Josef Mayerhofer, Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines, konnte 96 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Fachtagung begrüßen. „Die Mischung aus Almbäuerinnen und Almbauern, Halterinnen und Haltern und Schülerinnen und Schülern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Behörden freut mich besonders, da der Erfahrungsaustausch auch ein wichtiger Teil einer Fachtagung ist,“ betonte Mayerhofer bei der Begrüßung.

Mineralstoffe und ihre Wirkung – Wozu Geld für Mineralstoffe ausgeben?
Elisabeth Stöger
, praktische Tierärztin aus Kärnten, erläuterte den Anwesenden die Bedeutung der wichtigsten Mineralstoffe, deren Mangelerscheinungen, aber auch die Auswirkungen von Überschüssen. Prinzipiell teilt man die Mineralstoffe in Mengen- und Spurenelemente, nach dem Bedarf der Tiere, ein. Diese Elemente können nicht durch die Tiere aufgebaut werden, müssen daher über das Futter zugeführt werden. Der Bedarf richtet sich einerseits nach dem Eigenbedarf, Größe des Tieres, und dem Leistungsbedarf, kg Milch bzw. Zuwachs in kg. Mängel oder Überschüsse führen je nach Mineralstoff zu Leistungsdepressionen und Krankheiten bis hin zu Verendungen. Während der Trächtigkeit, der Laktation oder im Wachstum haben die Tiere einen höheren Bedarf an Mineralstoffen, aber auch bei Stress, Krankheiten, Stoffwechselstörungen, Parasitenbefall und Durchfall. Eine Auswertung von Blutproben von Arbeitskreisbetrieben hat gezeigt, dass viele Tiere nicht optimal versorgt sind. Bei den meisten Tieren wurde ein Kaliumüberschuss, aufgrund der Düngung des Grünlandes mit Gülle, festgestellt. Ein Kaliumüberschuss führt zu Fruchtbarkeitsstörungen, Gebärmutterausfluss, Störungen der Zinkverteilung im Körper und verdrängt das sehr wichtige Natrium. Daher hat die Salzversorgung besondere Bedeutung für die Gesundheit der Tiere, aber immer in Verbindung mit einer ausreichenden Wasseraufnahmemöglichkeit. Man erkennt einen Natriummangel an der Lecksucht der Tiere und am Jauche- bzw. Harnsaufen. Ein Natriummangel verursacht Fruchtbarkeitsstörungen, schlechte Futterverwertung bis hin zu nervösen Störungen.

LSD (Lumpy Skin Disease) und andere Tierseuchen
Dr. Christina Riedl, Veterinärdirektorin der NÖ Landesregierung, berichtete über die aktuelle Entwicklung verschiedener Tierseuchen in Österreich und in den Nachbarländern. Von Lumpy Skin Disease, einer hochansteckenden viralen Erkrankung der Wiederkäuer, die in Italien Frankreich und Spanien territorial aufgetreten ist, ASP, der Afrikanischen Schweinepest, der Tuberkulose in den westlichen Bundesländern, die aktuelle Situation der Vogelpest bis hin zur Blauzungenkrankheit, spannte sich der Bogen ihres Referates.

Forstwirtschaft und Almwirtschaft
DI Werner Löffler, Forstdirektor der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, referierte über den aktuellen Stand der Entwaldungungsverordnung, den Holzmarkt und den Forstschutz. Die Entwaldungsverordnung wird wahrscheinlich um ein weiteres Jahr verschoben, mit der Aussicht auf inhaltliche Vereinfachungen. Die Abstimmung darüber soll in der Woche vom 15. bis 18. Dezember erfolgen. Je nach Beschlussfassung in Brüssel werden die in Österreich schon vorbereiteten Anmeldetools adaptiert.

Viehfinder – Digitale Werkzeuge auf der Alm
Peter Lederer
, Firma ViehFinder und Obmann Martin Karrer stellten die Ergebnisse des Praxistests des satellitengestützten Monitorings auf der Zeisel-Hinteralm vor. Die Tierüberwachung durch präzise Standortdaten in Echtzeit, die Datenübertragung durch eine stabile Verbindung ohne Mobilfunknetz, das Weidezaun- und Tränkemanagement sowie die Datenauswertung für Zukunftsentscheidungen auf Basis realer Nutzungsmuster waren wichtige Zielsetzungen dieses Tests. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten, vor allem mit der Datenübertragung, konnten wesentliche Fortschritte erzielt werden.

Der Wolf in Niederösterreich – aktuelle Situation
Aldin Selimovic
, Ph.D, Wolfsbeauftragter der NÖ Landesregierung und wissenschaftlicher Berater des Österreichzentrums Bär Wolf Luchs, schilderte die aktuelle Wolfssituation in Österreich und speziell in Niederösterreich. Anhand der Graphiken, die auch auf der Homepage des Österreichzentrums zu finden sind, erläuterte er die Entwicklung der letzten Jahre. Die Herabstufung des Wolfes in der FFH-Richtlinie hat auch zu entsprechenden Änderungen der Wolfsverordnungen in den Bundesländern geführt. „Wichtig ist, dass die Meldungen von Rissen so rasch wie möglich gemacht werden, damit der Nachweis durch Nachnutzungen nicht verfälscht wird“, so Selimovic.

Was ist beim Rindertransport zu beachten?
Über die wichtigsten Regeln für den Transport von Tieren informierte Mag. Stefan Fucik, Referent in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Text: August Bittermann, LK NÖ